Künstliche Intelligenz (KI)
Eine wirkliche Innovation, nicht einfach ein Hype
Eine wirkliche Innovation, nicht einfach ein Hype
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Sammelbegriff für Maschinen, die Dinge tun, die wir bisher nur Menschen zugetraut haben: Texte schreiben, Fragen beantworten, Vorhersagen und Entscheidungen treffen. Eine scharfe Definition gibt es nicht. Wenn heute von KI die Rede ist, sind meist Sprachmodelle gemeint, wie sie in ChatGPT, Claude oder Gemini stecken. Sie schreiben und erklären Code, fassen Dokumente zusammen, beantworten Fragen zu Fachtexten und lassen sich in eigene Anwendungen einbauen. Sie sind nur ein Teil von KI. Aber sie sind der Teil, der seit 2022 unseren Alltag verändert.
Das Besondere an diesen Systemen: Ihr Verhalten hat niemand programmiert. Es entsteht durch Training. Das Modell bekommt mehr Text, als ein Mensch in mehreren Leben lesen könnte, und eine einzige Aufgabe: das nächste Wort vorherzusagen. Dabei lernt es die Muster in Sprache. Dass es danach flüssig Deutsch spricht, ist ein Nebeneffekt. Weitere Trainingsschritte bringen ihm bei, Anweisungen zu befolgen. Dieselbe Methode funktioniert für Bilder, Ton, Programmcode und Messdaten. Und sie hat sich mit mehr Daten und mehr Rechenleistung in wenigen Jahren enorm verbessert.
Hersteller entdecken oft erst nach der Veröffentlichung, was ihre Modelle können. Ob eine Antwort stimmt, kann das Modell oft selbst nicht prüfen. Es kann überzeugend klingen und falsch sein. Damit ändert sich etwas Grundsätzliches:
Ein gutes Ergebnis beweist keine Kompetenz mehr. Ein Ergebnis, das fertig und sauber aussieht, war bisher ein guter Hinweis darauf, dass jemand sein Fach versteht. Darauf kann man sich nicht mehr verlassen. Sauber formatierter Code, der die falsche Geschäftsregel umsetzt, sieht genauso aus wie richtiger. Wer beurteilen kann, ob etwas stimmt und was fehlt, hat mit KI mehr Möglichkeiten als je zuvor. Wer es nicht kann, sieht den Fehler nicht.
Code schreiben wird billig, Beurteilen wird wertvoll. Code ist für ein Modell nur ein weiteres Muster. Zu wissen, was gebaut werden soll, und zu prüfen, ob es stimmt, wird wertvoller. Dieses Urteil entsteht nicht von allein. Es kommt aus eigenem Programmieren, aus Fehlersuche und aus der Erfahrung, was in Produktion schiefgeht. Das war schon immer der schwierige Teil des Berufs. Jetzt ist es der Teil, der den Unterschied macht.
Der Abstand zur Spitze wächst. Wer von KI im Alltag wenig spürt, sollte nicht schließen, dass wenig passiert. Die Entwicklung läuft schnell, und der Abstand zwischen dem, was vorne möglich ist, und dem, was in den meisten Unternehmen ankommt, wächst. Das muss kein Nachteil sein. Ganz vorne zu stehen kostet viel, und vieles dort ist unausgereift. Aber man sollte wissen, wo man steht, und die Entscheidung bewusst treffen.
Für die Softwareentwicklung bedeutet das zweierlei. KI verändert, wie Software entsteht: Code entsteht im Dialog mit Coding Agents (KI für ASE). Und KI verändert die Software selbst: Anwendungen bekommen KI-Bausteine, die trainiert wurden statt programmiert, und die man anders entwerfen, testen und absichern muss (ASE für KI).
Beides ist für uns Agile Software Engineering: Software bauen, deren Qualität man nachweisen kann, statt sie nur zu behaupten. Mehr zu beidem auf den Unterseiten. Und zu Python, in dem viele Frameworks und Tools im Bereich KI geschrieben werden!
Podcastfolgen, Videos im developer's club oder eine ganze Auswahl zu Trainings zu KI: Hier gibt es noch einiges mehr für alle, die tiefer in die Materie eintauchen wollen...