Agilität und Qualität: Wundermischung oder Widerspruch?
ObjektForum , 14. September 2010 19:00
Agilität und Qualität: Wundermischung oder Widerspruch?
14. September 2010 19:00
Inhalt
Im September stegt das ObjektForum Nord ganz im Zeichen der Qualität. Roman Pichler und Stefan Roock, zwei der ausgewiesene Experten für Scrum und agile Softwareentwicklung, beleuchten das Thema aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln: Der Entwicklerperspektive und der Geschäftsperspektive.
Die Entwicklersicht (Stefan Roock)
Agile Softwareentwicklung stellt das Entwicklungsteam vor neue Herausforderungen. Existierender Code muss viel häufiger geändert werden als das in klassischen Projekten der Fall ist (jedenfalls im Idealfall). Gleichzeitig ist eine flache Aufwandskurve über die Zeit notwendig: Features, die in einem Jahr implementiert werden, dürfen nicht signifikant teurer sein als Features, die heute implementiert werden. Damit das funktioniert, müssen passende Entwicklungstechniken und Entwurfsprinzipien eingesetzt werden. Aber auch die besten Entwicklungstechniken und Entwurfsprinzipien nützen nichts, wenn es dem Entwicklungsteam an Berufsehre mangelt: Wir sollten stolz sein auf den Code, den wir schreiben!
Die Geschäftssicht (Roman Pichler)
Als Kunde und Product Owner wollen wir lieber heute als morgen neue Software verfügbar haben. So können wir schneller neue Features nutzen bzw. rascher Umsatz erwirtschaften oder Kosten einsparen. Sind Qualitätsansprüche hierbei nicht ein Klotz am Bein? Verlangsamen sie nicht die Entwicklung der Software? Und sollten sich Product Owner wirklich um die Qualität der Software kümmern? Dieser Vortrag diskutiert die Geschäftsrelevanz von Softwarequalität inkl. Auswirkungen auf den Markenwert, die Kundenzufriedenheit und Total Cost of Ownership sowie die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Argumentiert wird, dass Product Owner als Verantwortliche für den Produkterfolg als Qualitätshüter agieren sollten.
Sprecher
Diplom-Informatiker Stefan Roock ist Jahrgang 1970 und studierte an der Universität Hamburg Informatik. Seit 2000 arbeitet er als XP- und Scrum-Coach, Projektleiter und programmierender Architekt. Er hat mehrere Bücher geschrieben, unter anderem über eXtreme Programming, Refactoring und Hibernate. Seine besonderen Interessen gelten der fachliche Projektplanung und automatisierten Akzeptanztests, testgetriebener Entwicklung und inkrementellem Entwurf sowie schlanker Architekturen und Technologiestacks. Stefan Roock lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Geesthacht und schreckt auch im Dezember nicht davor zurück, sich beim Windsurfen in der Ostsee nasse Füße zu holen


