Sanierung von Altsystemen am Beispiel Migration der SCHUFA-Auskunfteilösung

Frank Ferro, insiders GmbH

Der Vortrag steht als PDF Dokument zum Download bereit.

Die Herausforderungen bei der Sanierung von Altsystemen sind sehr vielschichtig. Eine Vielzahl von Systemen, welche ein Alter von 20 Jahren oder mehr haben, besitzen wenn überhaupt eine unvollständige Dokumentation. Die Folgen sind allen klar: Erweiterungen werden immer schwerer durchführbar und sind meist sehr kostenintensiv. Auch Anforderungen wie 7x24 sind oftmals nicht realisierbar. Know-How-Träger solcher Anwendungen werden immer seltener. Allein aus diesen Gründen werden Altysteme immer häufiger migriert. Meist sind solche Projektvorhaben wesentlich komplexer als gedacht. Die erste wichtige Weichenstellung heisst Migrationsstrategie. Make or Buy ist die allererste entscheidende Frage. Soll das neue System in einem Schritt (Big Bang) eingeführt werden oder ist eine stufenweise Einführung vorteilhafter? Ist die Einführung in mehreren Stufen überhaupt möglich? Anschließend sind weitere Fragen zu beantworten: auf welche Technologie wird gesetzt, benötigen wir einen Partner, nach welchem Phasenmodell soll entwickelt werden? Kaufmännisch muss definiert werden, ob das Nachfolgesystem funktional identisch sein soll, oder sogar noch weiter entwickelt werden soll. Aus Qualitätsmanagement-Sicht müssen Strategien hinsichtlich Tests definiert werden. Mit all diesen Themenstellungen befasst sich insiders seit 2005 im Rahmen der Migration des SCHUFA-Kernsystems. Es wird berichtet, wie ein System, welchem weit über 450 Mio. Datensätze zugrunde liegen, welches pro Jahr über 50 Mio. Auskünfte erstellt und über 60 Mio. Meldungen verarbeitet und alles bei einer durchschnittlichen Antwortzeit unter 2 Sekunden, auf neue Technologien umgestellt wird, ohne dass auf SCHUFA-Kundenseite Umstellungen notwendig sind. Seit Frühjahr 2007 befindet sich die erste Stufe der Migration in Produktion, die nächste Stufe folgt dieses Frühjahr. Sie erfahren, welche Faktoren entscheidend zum Erfolg beitrugen, aber auch welche Herausforderungen wie bewältigt wurden.

 

Frank Ferro Frank Ferro ist diplomierter Informatiker und bei insiders Wissensbasierte Systeme GmbH seit 2001 als Projektmanager und Mitglied der Geschäftsleitung für Großprojekte im Finance-Umfeld verantwortlich. Seit 2005 verantwortet er ein Migrationsprojekt. Bevor er zur insiders wechselte, war er 7 Jahre bei einem Internet-Dienstleister zuletzt als Projektmanager für Banken-Projekte verantwortlich. Eine wesentliche Aufgabe bestand im Aufbau der Geschäftsstelle Frankfurt und der Leitung der IT-Projekte. Zuvor war er für diese Firma im Produkt- und Berater-Umfeld tätig.