Anforderungsmanagement bei der Entwicklung einer SOA – basierten Produktsuite

Markus Gebhard, SAP AG

Der Vortrag steht als PDF Dokument zum Download bereit.

In den vergangenen zwei Jahren wurde bei der SAP AG auf Basis einer Enterprise Service-orientierten Architektur eine neue Produktsuite entwickelt. Im Herbst 2007 wurde diese als Mittelstandslösung unter dem Namen "Business ByDesign" vorgestellt. Prämissen für das neue Produkt waren "Qualität durch Design" (quality by design) und "frühest möglicher Test" (test early). Essentiell dafür ist die Definition konfigurierbarer, wieder verwendbarer funktionaler Einheiten. Die Anforderungen, aus denen diese Einheiten hervorgehen, werden systematisch gehandhabt und konsequent umgesetzt. Dies geschieht streng modellbasiert entlang einer spezifischen Taxonomie. Alle Produktteile sind dabei eng mit den an sie gestellten Anforderungen verbunden, seien sie betriebswirtschaftlicher oder technischer Natur. Diese enge Kopplung erlaubt eine durchgängige Verfolgbarkeit angeforderter und umgesetzter Eigenschaften. Zu jedem Zeitpunkt wird der Fortschritt der Produktentwicklung bezüglich der gestellten Anforderungen messbar (Tracking), sowie die Transparenz entlang des gesamten Umsetzungsprozesses gewährleistet (Tracing). Für das Produkt werden Marktanforderungen zu Softwareanforderungen an das System detailliert. Die Anforderungen stellen den Ausgangspunkt eines modellbasierten Entwicklungsprozesses dar, entlang dem sie umgesetzt werden. Letzlich werden Geschäftskonzepte beschrieben und modelliert, dessen Resultat dedizierte Modellelemente sind, alle Merkmale eines hochgradig modularen Softwareprodukts repräsentieren. Mit der Implementierung wird das, was das System tun soll, zu dem, was es tut. Was umgesetzt wurde, lässt sich direkt durch anforderungsbasierte Testfälle verifizieren. Durch die Kopplung der Modellelemente an ihre Anforderungen und entsprechende Verifikation ist es möglich direkt den Abdeckungsgrad des entstehenden Produkts zu analysieren. Unterstützt wird die Kopplung an die Anforderungen durch integrierte Werkzeuge. Diese erlauben eine gezielte Qualitätssicherung und fördern die Nachhaltigkeit der aufgewendeten Anstrengungen. Der Vortrag liefert einen Abriss der Erfahrungen entlang des skizzierten modellbasierten und anforderungsgetriebenen Entwicklungsprozesses in einer global aufgestellten Entwicklungsorganisation.

 

Markus Gebhard Markus Gebhard ist diplomierter Mathematiker der TU Darmstadt. Seit 1995 bei der SAP AG in Walldorf (Baden), bekleidete er dort verschiedene Positionen in der Entwicklung. Als Projektleiter war er für die Umsetzung einer Human Resource Lösung für die nordischen Länder verantwortlich. Seit 2002 arbeitet er als Prozessdesigner an den SAP-weiten Entwicklungsprozessen mit Schwerpunkten Prozessmanagement, Anforderungsmanagement, Spezifikation und Design.